Untersuchungen im Kopf- und Halsbereich

Untersuchungen des Kopf-Halsbereichs insbesondere des Gehirns und der Halsarterien gehören zu den wichtigsten und häufigsten angeforderten Untersuchungsbereichen im MRT.

Die Darstellungsgenauigkeit der MRT ist dabei in vieler Hinsicht anderen Verfahren wie z.B. Röntgen oder CT überlegen. Die MRT gestattet eine Vielzahl unterschiedlicher Kontraste ("Sequenzen") um beispielsweise Schlaganfälle, Blutungen, Entzündungen oder Tumoren nachzuweisen.

Eine besondere Art der Untersuchung ist die Angiographie die Gefäßuntersuchung, die gerade im Kopf-Hals-Bereich sehr wichtige Informationen liefern kann.

Schädel

Die MRT des Schädels und des Gehirns ist besonders wichtig, da die Kernspintomographie einen einzigartigen Weichteilkontrast im Gehirn liefert. Damit werden Schlaganfälle, Entzündungen wie Multiple Sklerose oder Tumoren sicher erkannt. Überdies ist die MRT die einzige Methode, die einen Schlaganfall bereits im Frühstadium innerhalb einer Stunde nach Entstehen nachweisen kann. Dies ist mit anderen Methoden, z.B. der Computertomographie, oft erst nach Tagen oder länger möglich.

Besonders hilfreich dabei sind die so genannte Diffusions-MRT in der Schlaganfalldiagnostik. Auch die Neuroperfusions-Methode kann wichtige Informationen über die Hirndurchblutung liefern.

So genannte FLAIR Sequenzen gestatten die Diagnose von Herdbefunden zum Beispiel bei Multipler Sklerose (MS)

Kontrastmittel im MRT sind Gadolinium-Chelatbildner. Das erste und weltweit erfolgreichste MR-Kontrastmittel war Gadolinium-DTPA (Handelsname: Magnevist ®). Es ist wie alle MRT-Kontrastmittel sehr gut verträglich und äußerst arm an Nebenwirkungen.  Der Vorteil von Kontrastmitteln ist dass sie den Kontrast zwischen den Geweben vermehren und insbesondere krankhafte Prozesse besser abgrenzen.

 

Axiales T2-Bild (die Hirnflüssigkeit ist hier hell dargestellt) - Normalbefund

Axiales FLAIR-Bild (MS-Herde als helle Flecken dargestellt)

Sagittales T1-Bild nach Kontrastmittel 

Koronares T1-Bild mit Kontrastmittel

Schädel: Carotisangio – Carotiden bds

Schädel: Carotisangio KM Anflutung

Schädel: T2

Schädel: TOF ohne Kontrastmittel

Diffusions-MRT

Vorteil der Diffusions-MRT (englisch: diffusion weighted imaging DWI genannt) ist, dass sie als einzige bildgebende Methode die Frühdiagnose von Hirninfarkten gestattet (binnen Minuten). Dies ermöglicht die erfolgreiche Frühbehandlung mit Lyse (Therapie zum Auflösen von Blutgerinnseln).

Diffusions-MRT: hier ein Normalbefund

Infarkt im linken Schläfenlappens (hell)

Perfusions-MRT / Neuroperfusion

Die Perfusions-MRT oder Neuroperfusion ist eine Methode die regionale Durchblutung im Gehirn semiquantitativ zu erfassen. Dies basiert auf der Injektion eines schnellen, kurzen Kontrastmittelbolus. An Hand der Anflutungskinetik kann auf die Perfusion des Hirngewebes semiquantitativ rückgeschlossen werden. Dies ist wichtig für die Prognose und Therapie von Schlaganfällen. Zwar ist die Methode auch mit dem CT möglich, aber die EPI-MRT erfasst das komplette Gehirn in einer Messung. Für die Perfusions-MRT bedarf es spezieller Gradiententechniken, die nur modernste Geräte bieten.

Abbildung einer Perfusions-Messung bei Carotisstenose rechts (Einengung der rechten Halsschlagader). Die grüne Farbe (linke Bildhälfte) zeigt eine verminderte Durchblutung an.

HNO-Bereich

Auch für die Diagnostik von Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs ist die MRT extrem wertvoll. Dabei geht es insbesondere um den Ausschluss und die Stadieneinteilung von Tumorerkrankungen und die Verlaufskontrolle solcher Erkrankungen unter Therapie wie etwa Strahlentherapie oder Chemotherapie.

Die Kernspintomographie ist aufgrund ihres hohen Weichteilkontrasts und der bei ihr einfachen Darstellung in mehreren Ebenen (Multiplanarität) dazu besonders geeignet.

Hier zeigen wir eine Patientin, die eine Schwellung am Hals bemerkte. Die MRT zeigte einen Speicheldrüsentumor der Ohrspeicheldrüse (Parotistumor):

T 1 mit Kontrastmittel axial: Parotistumor rechts

Parotistumor: T1 mit Kontrast, Tumor dunkel schlecht durchblutet.

STIR Sequenz, hier ist der Tumor sehr hell (hyperintens)

Die folgenden Abbildungen zeigen einen Patienten mit einem proximalen Ösophagustumor (Tumor der oberen Speiseröhre) in der Staging MRT:

Tumor der oberen Speiseröhre axialer Querschnitt T2

Tumor der oberen Speiseröhre rechts sagital T1 mit KM

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